Der Ingenieur machts allen schwör ...
Tags: Twingo, Wartung
... oder so ähnlich lautet offensichtlich das Motto aller Ingenieure weltweit. Diese Erfahrung durfte ich jedenfalls gerade mal wieder machen.
Oder wie ist es zu erklären, dass einem fast der Kragen platzt und man kurz vor der Anwendung von Gewalt gegen (eigene) Sachen steht. Nur weil es nötig ist, eine Scheinwerferlampe am Twingo zu wechseln?
Ein Auto hat bekanntlich zwei Frontscheinwerfer. Vor zwei Jahren war die Lampe auf der Beifahrerseite kaputt. Kein Problem, kurzer Blick ins Handbuch und 30 Sekunden (!) später war die Lampe getauscht.
Mit dieser Erfahrung im Hintergrund, habe ich nur müde gelächelt, als jetzt die Lampe auf der Fahrerseite ihrer Kollegin in den Lampenhimmel gefolgt ist. Kurz anhalten an der Tanke, "billige" H4-Lampe gekauft und frohgemuth in die Garage gefahren, um schnell mal die neue Lampe einzubauen.
Statt der erhofften 30 Sekunden habe ich mich sage und schreibe 30 Minuten mit dieser Mistkonstruktion französischer Ingenieure abgeplagt. Wieso müssen diese Leute beim Arbeiten unbedingt Rotwein saufen? Ich nehme jedenfalls an, dass dies der Grund dafür ist, dass es beim Wechsel der Lampe auf der Fahrerseite nötig ist, die komplett Batterie zu lösen und auszubauen.
Sonst geht nämlich die verdammte Abdeckung nicht auf!
Und wie kommt ein erwachsener Mensch auf die Idee, eine vollkommen unzugängliche Blechkonstruktion ohne Führung im dunkelsten Bereich des Autos als Halterung für die Batterie zu verwenden? Alles in Allem hat es 10 Minuten gedauert, die Batterie auszubauen. 30 Sekunden, die Lampe zu wechseln. Und dann noch mal 19 Minuten 30 Sekunden, um die Batterie auch wieder ordnungsgemäß zu befestigen.
Hallo?
Ich muss aber den Franzosen zugestehen, dass sie immerhin darauf verzichtet haben, dem Schrauber blutige Finger bei der Aktion zu bescheren. Dies bleibt den deutschen Ingenieuren vorbehalten, die der Meinung waren, dass man nicht zugängliche Ecken des Scheinwerfers am Arosa auch nicht entgraten müsste. Soll sich der Schrauber doch die Finger blutig machen. Blutig, nicht dreckig.
Der Wechsel der Lampe am Arosa hat übrigens auch eine halbe Stunde gedauert.
Und jetzt Daumen drücken, dass die Lampe lange lebt.
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